Textilrestaurierung - Textilrestaurator

Textilrestaurierung: Für den Erhalt alter Materialien und Fasern

Stoffe und Bekleidung sind ein wichtiger Bestandteil der kulturhistorischen Arbeit. Es lassen sich daraus Rückschlüsse auf die unterschiedlichen Lebensumstände ziehen. Doch das Material ist meist fragil und kann, je nach Alter, Gebrauchsspuren aufweisen.

 

Es vor dem Verfall zu bewahren und zugleich den ursprünglichen Zustand beizubehalten, ist Aufgabe der Textilrestaurierung. Für diese Herausforderungen bedarf es einer spezifischen Ausbildung, in der sämtlich Grundlagen dieser Form der Restaurierung gelehrt werden. Dabei sollten Praxis und Theorie gleichermaßen im Vordergrund stehen.

Die umfangreichen Einsatzgebiete der Restaurierung

Dieser Fachbereich der Restaurierung umfasst mehrere Kategorien und beschränkt sich nicht ausschließlich auf historische Bekleidung. Darüber hinaus kümmern sich Restauratoren um Bestandteile der Raumausstattung wie Bezüge von Möbeln, Vorhänge oder Wandbehänge. Dementsprechend vielseitig sind die in den Textilien verwendeten Rohstoffe, Garne und Webtechniken. Daraus resultiert die Notwendigkeit eines umfangreichen Fachwissens in der Textilrestaurierung. Die gesamte Ausbildung beläuft sich daher auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Es gibt einige unterschiedliche Bildungseinrichtungen dieses Studiums, von Aus- und Weiterbildungen. In dieser Phase erlernen die Studenten sämtliche Grundlagen bezüglich der Konservierung und Restaurierung von Textilien. Dabei studieren sie die fachgerechte Bearbeitung der Accessoires, Bekleidung sowie Raumausstattung sämtlicher Epochen und Milieus. Zusätzlich spielt der Umgang mit weiteren Materialien eine wichtige Rolle. Häufig wurden Metalle oder Leder in den Stoffen verarbeitet und beeinflussen den Arbeitsvorgang.

Vorgehen bei der Textilrestaurierung

Die Art der Arbeit ist abhängig davon, ob die Textilien für Museen oder Privathaushalte aufgearbeitet werden sollen. Hauptsächlich steht der historische Kontext und damit die Authentizität im Mittelpunkt. Dementsprechend werden Schäden und Fehler nicht einfach ausgebessert und repariert. Stattdessen bearbeiten die Konservatoren die Materialien so, dass sie vor weiteren Schäden geschützt sind. Dabei müssen sie zusätzlich historische Merkmale und Besonderheiten berücksichtigen. Etwaige Makel bleiben erhalten, da sie Teil der Geschichte des Stückes sind. Jede Epoche weist bestimmte Charakteristika und Stile auf, die der Restaurator erkennen und einordnen muss. Gleichzeitig bedarf es einer ausreichenden Kenntnis bezüglich der Materialien und angewendeten Techniken. In Textilien kommen verschiedene Rohstoffe zum Einsatz, die zu Garnen und schließlich zu Stoffen verarbeitet werden. Anhand dieser Grundlagen erarbeiten Textilrestauratoren ein Konzept, in dem sie die Maßnahmen festlegen. Doch nicht nur handwerkliche Aspekte gehören zum notwendigen Repertoire. Die Fähigkeiten der adäquaten Beratung und Betreuung der anschließenden Prozesse ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Berufs. All das erfordert ein umfangreiches Fachwissen.

Die einzelnen Verfahren bei der Restaurierung

In den Siebziger- und Achtzigerjahren war es üblich, die gewirkten Fäden zu ersetzen und auszubessern. Dafür wurden häufig Kunststoffe verwendet, die ebenfalls einem Alterungsprozess unterliegen. Allgemein sind Textilien auch in erneuertem Zustand einem schnellen Verfall ausgesetzt. Aus diesem Grund werden mittlerweile andere Methoden angewandt, um die Objekte zu bearbeiten. Längst steht nicht mehr die Ausbesserung der Fehler im Vordergrund. Daher machen Restauratoren zunächst Fotos von den Stücken sowie den einzelnen schadhaften Stellen. Darüber hinaus fertigen sie eine Beschreibung des gesamten Objekts und des Zustands an. Außerdem forschen sie zu dem geschichtlichen Hintergrund des jeweiligen Textils. Hierzu ist es nicht nur wichtig, herauszuarbeiten, welche Materialien verwendet wurden. Aus welchem Milieu das Stück stammt, in welchem Kontext es verwendet wurde und welcher Epoche es sich zuordnen lässt, sind weitere wichtige Informationen. Gibt es ein Loch, wird dieses mit einem ähnlichen Material unterlegt. Mithilfe eines Spann- oder Klosterstichs befestigt der Restaurator dieses Teil. Das Loch bleibt auf diese Weise erkennbar, ein weiteres Ausfransen des Gewebes kann verhindert werden. Der Vorteil ist weiterhin, dass jedes Stück einzeln betrachtet und individuell aufgearbeitet werden kann. Dabei bleibt die Authentizität erhalten und gleichermaßen ein weiterer Verfall verhindert. Bei Textilien handelt es sich um empfindliche Stücke, die mit sehr viel Sorgfalt behandelt werden müssen. So sollen Originalnähte und Mängel beibehalten werden um die Biografie des jeweiligen Objekts zu schützen.

Typische Schäden und ihre Ursachen

  • Textilgefüge ist abgebaut und nur durch Unterlagen zu stützen, da im Laufe der Zeit das Material beschädigt wird
  • Löcher durch Mottenfraß, die in Wolle und weiteren Rohstoffen das notwendige Eiweiß erhalten
  • Mängel durch Schädlinge, die in der Kleidung leben und die Fasern zerfressen und schädigen
  • Farben verblassen im Laufe der Zeit, da sie starker Sonne ausgesetzt waren
  • Irreversible Schäden durch das Waschen der Textilien

Typische Materialien

  • Pflanzliche, tierische und synthetische Fasern
  • Verschieden gesponnene Garne
  • Unterschiedliche textile Flächen
  • Metallfäden
  • Seide
  • Leder
  • Perlen
  • Knöpfe
  • Glassteine

Typische Werkzeuge und Techniken

  • Naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden wie Mikroskopie
  • Materialbestimmung mit Lösungsmitteln, strahlendiagnostische Verfahren
  • Konservierung durch sachgemäße Lagerung, um das Objekt langfristig in gutem Zustand zu behalten, Schutz vor Licht und Feuchtigkeit
  • Restaurieren der Objekte durch Nähtechniken
  • Reinigung durch Niederdrucktische und Dampfsysteme, damit das Textil so wenig wie möglich beschädigt wird
  • Dokumentation der Erkenntnisse aus den Nachforschungen bezüglich der Herkunft, Materialien und Bearbeitung

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