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Restauratoren tagen in Erfurt

Nach 22 Jahren kehren Restauratoren aus alten und neuen Bundesländern an den Ort ihrer ersten Zusammenkunft zurück

1992 kamen Restauratoren der alten und neuen Bundesländer erstmals zu einem gemeinsamen bundesweiten Gespräch in Erfurt zusammen. An diesen in mehrfacher Hinsicht historischen Ort kehren sie an diesem Samstag, den 28. Juni, zurück.


Das Augustinerkloster in Erfurt, in dem bereits Martin Luther als Mönch lebte, ist nicht nur aufgrund seiner Historie und Bausubstanz ein einmaliger historischer Ort. Auch für die Restauratoren aus ganz Deutschland, hat die Stätte besondere Bedeutung. Denn hier fand vor 22 Jahren, kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands, das erste gesamtdeutsche Treffen der damals noch neun deutschen Restauratorenverbände statt.

Das Treffen 1992 war gewissermaßen Grundlage für die Fusion der Einzelverbände, die 2001 mit der Gründung des deutschen Berufsverbandes „Verband der Restauratoren (VDR) e.V.“ Wirklichkeit wurde.

Zwar gab es in der Bundesrepublik Deutschland schon früher Bestrebungen, die dortigen Verbände zusammenzulegen, doch ließ sich keine Einigung in allen Bereichen erzielen.

Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1989 wurde die berufspolitische Situation für die Restauratoren zunehmend unübersichtlicher, und so wuchs bei ost- und westdeutschen Verbänden der Wunsch, näher zusammenzurücken. Antrieb war zum einen der engere fachliche Austausch, zum anderen speziell die ungeklärte berufspolitische Situation, die die neue staatliche Einheit mit sich brachte. So hatten die Verbände in den neuen Bundesländern insbesondere den Verlust des Berufsschutzes zu beklagen, der in der DDR sicherstellte, dass nur Restauratoren mit nachgewiesener fachlicher Qualifikation Hand an das kostbare Kulturerbe legen durften. Ein Berufsschutz, der Kunst und Kulturgüter vor Beschädigung durch unsachgemäße Einschritte schützt, hatten auch die Restauratoren in den alten Bundesländern schon lange gefordert. Und so herrschte Konsens, an diesem Ziel fortan gemeinsam zu arbeiten.

Dem Gespräch im Jahr 1992 folgten weitere Treffen, denen zunächst die Gründung des Dachverbandes „Vereinigung der Deutschen Restauratorenverbände“ folgte. Gemeinsam formulierte man Gesetzesvorlagen, führte Verhandlungen und feierte 1999 - genau zehn Jahre nach der Maueröffnung - mit der Verabschiedung des „Restauratorgesetzes“ in Mecklenburg-Vorpommern einen großen berufspolitischen Erfolg.

2001, neun Jahre nach dem Treffen in Erfurt, folgte ein weiterer Meilenstein: Mit der Gründung des heutigen Verbandes der Restauratoren (VDR) e.V. gab es fortan einen zentralen Ansprechpartner für Politik, Wissenschaft, Lehre und Öffentlichkeit. Die berufspolitischen Bestrebungen wurden fortgesetzt, mit der Folge, dass auch das Land Sachsen-Anhalt die Notwendigkeit des Berufsschutzes erkannte und 2011 ein entsprechendes Gesetz verabschiedete.

Außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement hat den Verband der Restauratoren, so wie wir ihn heute vor uns haben, hervorgebracht. Und eben jenes Ehrenamt hat ihm seither zu regem Leben verholfen. Die Fach-, Landes- und Interessengruppen bieten ihren Mitgliedern seit 13 Jahren vielfältige Möglichkeiten des fachlichen Austauschs und der beruflichen Weiterbildung, die stetig ausgebaut werden. Und auch die berufspolitischen Ziele werden von Vorstand und Mitgliedern unbeirrt weiterverfolgt.

Mit Blick auf dieses wertvolle Stück Verbandsgeschichte werden sich die Vertreter der Fach-, Landes- und Interessengruppen Ende Juni in Erfurt treffen, um die bisherigen Erfolge zu verstetigen, neue Resultate zu erzielen und weiter am gemeinsamen Ziel zu arbeiten: dem Schutz und der Bewahrung unseres reichen kulturellen Erbes.

Patricia Brozio
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Verband der Restauratoren (VDR) e.V.
Haus der Kultur
Weberstr. 61
53113 Bonn
Tel: 0841 - 31 95 81 34
Fax: 0228 - 92 68 97 27

www.restauratoren.de




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