Romoe Conservators Network
Home > Area > Germany > Thüringen > Rohr > Kloster - Putz und Wandmalerei

Rohr, Kloster - Putz und Wandmalerei

Architekturfassungen der Klosterkirche Rohr - Untersuchungen und Probeachse - romanische Putze und Wandmalerei sowie polychrome Bemalungen im Fensterlaibungsbereich

Dipl. Designer / Restaurator Rolf Möller
 
GEO



Kloster Rohr
Kloster Rohr
Kartographie Photos
Kartographie Photos

Detaillierte Angaben der Voruntersuchungen

Im gesamten Innen- und Außenbereich, einschließlich des Dachbodenbereiches wurden umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt. Durch den fortzuführenden Rückbau der verschiedenen Einbauten (Betondecken) sollten diese Befunduntersuchungen weiter geführt werden.

In Teilbereichen der Außenfassade wurde ein geritzter Fugenstrich vorgefunden und lokalisiert. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß diese Verputzung zu einem Vorgänger-Bauwerk gehört. (Foto Nr. 4.2.1.) Hierzu gehören Restbestände von Türlaibungen sowie ein kleines Rundbogenfenster im Nordwandbereich. (Foto Nr. 4.6.2.)
Im gesamten Innenbereich ist großflächig ab etwa 4m Fußbodenhöhe ein ca. 6m hoher Streifen der I. Raumfassung (um 1200 Spätromanik) vorhanden.
Eine geglättete Putzoberfläche (bis 1 cm stark), weiß gekalkt und Fassungsreste figürlicher Wandmalereien konnten lokalisiert werden und wurden im Südwandbereich in das vorhandene Meßbild eingetragen.
Eine II. Raumfassung mit grobkörnigeren Verputzungen und Ausbesserungen im Putzbereich I. mit einer Farbfassung der Fenstergewände konnte nur im östlichen Teil nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um den Wechsel von 4 Farben- Ocker / Oxidrot / Orange / helles Grau gemalten Quadern die mit einem breiten (bis ca. 0,7 cm) schwarzen Fugenstrich gefaßt wurden und im Quadereckbereich einen etwa 3cm großen Punkt erhielten. (Foto Nr. 2.4.1.)
Die Kartierung dieser Farbfassungen, Putze und Schäden erfolgte mit Hilfe eines Meßbildes, 4 Wandabwicklungen und mehreren Fotos. Diese sind in verschiedenen Computergrafiken (Maßstab 1:50) zusammengefaßt.
Innerhalb der unteren Geschoßebene (4m hoch) sind die originalen Putzoberflächen durch Stallnutzungen seit dem 19. Jh. und durch große Umbauten in den 80er Jahren weitgehend zerstört.


Kartographie Putzbereiche
Kartographie Putzbereiche
Kartographie Malerei
Kartographie Malerei
Foto 2.5.4.1.
Foto 2.5.4.1.

Befunduntersuchung, Fassung I.

Unterhalb des sanierten Deckenbereiches fehlen die Originalputze in Höhe von ca. 80cm, bedingt durch den Neuaufbau des Nord- und Südwandbereiches.
Als Putzträger formt das Mauerwerk das Erscheinungsbild, die Tektur des Verputzes I entscheidend mit. (Foto Nr. 4.5.1.)
In Laibungsbereichen der Fenster und Portale besteht das Mauerwerk aus sehr gut behauenen Werksteinen (Kalk- und Sandsteine). (Foto Nr. 2.2.3.)
Im allg. Wandbereich besteht das Mischmauerwerk aus zum Teil behauenen sowie unbehauenen Kalk- und Sandsteinen.
Der flächig geglättete Oberflächenputz I wurde bis auf 5-8cm an die Steinoberfläche der Fensterlaibungen herangezogen und dann der noch weiche Putz, schräg mit einer Kelle "abgeschnitten ". (Foto Nr. 2.8./2.8.1.) Somit entstand ein deutlicher Kontrast zwischen der steinsichtigen, behauenen Fensterlaibungsoberfläche und der geglätteten Wandfläche. Lokale Fehlstellen im Stein und große Fugen im Bereich der Fenster- und Portallaibung sind mit Putz I. auf die Höhe des Steinniveaus verstrichen.
Das Putzsystem I. ist von einem Netz von Frühschwundrissen durchzogen, aber in sich fest mit guter Haftung zum Mauerwerk. (Foto Nr. 2.5.4./2.5.4.2)
Putzblasen und Oberflächenzerstörungsbereiche sind in unterschiedlichen Größenordnungen vorhanden. Die spezifische Oberflächenstruktur des Putzes entstand in Wechselwirkung mit der Zusammensetzung des Mörtels und der Maueroberfläche, aber auch durch den Bewegungsrhythmus des Maurers. Die geglättete Oberfläche bildete einen optimalen Träger für die folgende figürliche Malerei I.. Im Ostbereich des Klostergebäudes wurden Restbestände dieser figürlichen Malerei lokalisiert und dokumentiert. (Foto Nr. 2.5.4.1.)
Restbestände der Malereifassung I: weißes Gewand, schwarze Schuhe und schwarze Umrisse von Blättern sind im Foto Nr. 2.5.4.2. deutlich erkennbar. Die Blattformen des Baumes sind vergleichbar mit der Malerei der Krypta in der St. Servatius Stiftskirche in Quedlinburg (letztes Drittel des 12. Jh.).
Im 2. Obergeschoß des westlichen Teil des Baues, nach der Nonnenempore wurden Restbestände der I. Farbfassung (Kalklasur) vorgefunden, wobei keine figürliche Malerei vorhanden ist. (Foto Nr. 2.8.)
Der originale Putz I. befindet sich im Ost- und Westwandbereich durchgehend bis in den jetzigen Dachbodenbereich und zeigt dort eine deutliche Abdruckkante der ursprünglichen Tonnendecke.
(Foto Nr. 1.2./ 1.2.1./3.2. s.h. Anhang Gebäuderekonstruktion)


Kartographie Malerei
Kartographie Malerei
Kartographie Photos
Kartographie Photos

Befunduntersuchung, Fassung II.

Die zweite Farbfassung befindet sich ausschließlich im östlichen Teil des Baues, also im Bereich des ehemaligen Kirchenraumes vor der Nonnenempore.
Putzfehlstellen von Putz I, vor allem unterhalb der Fenster - bedingt durch Wassereinbrüche, wurden im gesamten Klostergebäude mit dem gröberen Putz II. ausgebessert. Putzausbesserungen erfolgten weiterhin in den Bereichen von architektonischen Umbauten, z.B. im Umfeld der Konsolsteine.
Im Bereich der Fensterlaibungs-Vorderkanten (Faschen) ist an die geschnittene Putzkante I. auf die originale Steinstruktur der Putz II. aufgetragen und angeglichen. (Foto Nr. 2.5.3.1.)
Die Farbfassung II. stellt eine Quaderimitation im östlichen Teil des Gebäudes dar. (Foto Nr. 2.6.) Dabei handelt es sich um den Wechsel von 4 Farben- Ocker / Oxidrot / Orange / helles Grau gemalten Quadern die mit einem breiten (bis ca. 0,7 cm) schwarzen Fugenstrich gefaßt wurden und im Quadereckbereich einen etwa 3cm großen Punkt erhielten. Zu dieser Fassung gehört im gesamten Wandflächenbereich eine dicke, weiße Kalkschlämme, mit geringer Haftung auf Putz I.. Auch hier sind Putzblasen und Oberflächenzerstörungsbereiche in unterschiedlichen Größenordnungen vorhanden.


Befunduntersuchung, Fassung III.

Die III. Farbfassung befindet sich auch ausschließlich im östlichen Teil des Gebäudes. Ein bis ca. 1,5cm starker, schwarzer Umrahmungsstrich im Faschen-bereich und eine dicke, weiß-ockerfarbige Kalkschlämme im Wandflächenbereich stellt diese Farbfassung dar. (Foto Nr. 2.4.1.)
Sie wurde jedoch nur in geringen Bereichen lokalisiert.


Foto 2.6.3.
Foto 2.6.3.

Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen

Im Bereich der Probeachse der Südwand, Abschnitt S-CD wurde eine Probeachse entsprechend den Restaurierungs- und Konservierungsvorschlägen durchgeführt. (Foto Nr. 2.6.)
Die Zusammensetzung und Konzentration des Festigungsmittels wurde durch praktische Festigungsversuche vor Ort ermittelt.
Die überwiegend konservatorische Behandlung der Wandmalerei führt hier zu einem ästhetischen Gesamtbild.


Rohr Kloster - Putz und Wandmalerei Kartographie Photos
Rohr
Kartographie Photos



Booking.com

Cookies help us deliver our services. By using our services, you agree to our use of cookies. Learn more Close